Interview mit reiseblogger

Vor kurzem durfte ich meine Heimat Berchtesgaden bei den von Reisebloggern 22places Jenny & Basti vorstellen.

Herzlichen Dank für dieses Interview, es hat viel Spaß gemacht.

 

Hier nun der Beitrag zum nachlesen, vielleicht findet ihr den einen oder anderen Tipp für den nächsten Urlaub.

Falls Du noch Fragen dazu hast oder zu einzelnen Locations, dann freue ich mich über eine Nachricht von Dir 

unter: petra-photography (at) gmx.de

Passende Fotos zu dem Interview findest Du unter: Heimatfotos Berchtesgaden.

 

#1 Wer bist du und wieso bist du Experte für Berchtesgaden?

Ich heiße Petra, bin in Berchtesgaden aufgewachsen und liebe meine Heimat.

Für meine große Leidenschaft, der Naturfotografie, nutze ich jede freie Minute um die wunderbare Natur in meiner Umgebung oder bei Reisen in Bildern festzuhalten. Meine schönsten Fotos zeige ich auf meiner Webseite unter der Rubrik Heimatfotos Berchtesgaden.

In meiner Heimat kenne ich viele schöne Plätze und entdecke immer wieder neue Regionen. Zauberhafte Lichtstimmungen erzeugen selbst bei bekannten Motiven neue magische Momente.

 

#2 Wenn du Berchtesgaden in drei Worten beschreiben müsstest, welche wären das?

Natur – Tradition – Tourismus

#3 Warum sollte jeder unbedingt einmal nach Berchtesgaden reisen?

Um diese wunderschöne, vielfältige Alpenregion und den Nationalpark mit all ihren Facetten wie imposanten Berge, idyllischen Täler, eiskalten Seen, der alpinen Tier-und Pflanzenwelt, traditionellen Feste und kulinarischem Highlights kennenzulernen.

#4 Was gibt es in Berchtesgaden, was es nirgends sonst gibt?

Hier gibt es den einzigen Alpennationalpark Deutschlands: den Nationalpark Berchtesgaden mit seiner einzigartige Bergkulisse und den Königssee mit seinem glasklaren Wasser, der sich wie ein Fjord in den Taleinschnitt am Rand der Watzmann Ostwand einfügt.

Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Berchtesgaden

#5 Welche Sehenswürdigkeiten muss man unbedingt gesehen haben, wenn man nach Berchtesgaden kommt?

Ein Ortsrundgang durch Berchtesgaden darf natürlich nicht fehlen, aber die wirklichen Hauptattraktionen in der Region sind ganz klar in der Natur. Eigentlich ist es überall schön, aber es gibt natürlich einige Highlights.

Königssee mit der Wallfahrtskirche St. Bartholomä

Das wohl bekannteste Postkartenmotiv der Region ist der Königssee mit der Wallfahrtskirche St. Bartholomä. Der malerische Gebirgssee ist an einigen Stellen fast 200 Meter tief.

Die Halbinsel mit der Wallfahrtskirche ist nur per Boot zu erreichen. Der Ausflug lohnt sich definitiv, auf der Insel kannst du anschließend im Schatten der Watzmann Ostwand entlangwandern.

Almbachklamm und Wimbachklamm

Wenn du durch Schluchten mit glasklarem tosendem Gebirgswasser wandern möchtest, empfehle ich dir einen Ausflug zur Almbachklamm mit der Kugelmühle oder der Wimbachklamm.

Die Almbachklamm ist eine 3 km lange Schlucht, durch die das Wasser tost. Ein Weg mit Treppen, Brücken und kleinen Tunneln führt dich durch die Klamm.

Die Wimbachklamm ist mit 200 Metern Länge nicht ganz so groß, aber mindestens genauso spektakulär. Auch hier führt ein Wanderweg direkt durch die Schlucht.

Hintersee

Ein weiterer wunderschöner Bergsee ist der Hintersee. Er inspiriert schon seit Jahrhunderten viele Maler und ist heute bei Besuchern und Fotografen sehr beliebt.

Rund um den Hintersee führt ein Rundweg, der Prinz Luitpold Weg. Er ist 2,5 km lang und einfach begehbar.

 

#6 Was kann man in Berchtesgaden machen, wenn es regnet?

Falls das Wetter mal nicht so schön sein sollte, bietet sich ein Bade-Besuch der Watzmann Therme mit Solebecken an.

Ebenfalls einen Besuch wert ist das Salzbergwerk, das älteste seiner Art in Deutschland, in dem noch immer Salz abgebaut wird. Mit einer kleinen Bahn und unterirdischen Rutschen gelangst du in die Tiefen des Berges und zu einem Salzsee.

Immer wieder interessant ist ein Besuch vom Haus der Berge, in dem in einer abwechslungsreichen Ausstellung (auch für Kinder) viel Wissenswertes über Alpenregion vermittelt wird.

Eine regionale Spezialität sollte man sich als Erwachsender nicht entgehen lassen und der Enzianbrennerei Grassl einen Besuch abstatten. Während einer Führung wird man in die Geheimnisse der Wurzel eingeführt und probiert werden darf der hochprozentige Tunk natürlich auch. Mein Favorit ist der Kallbrunner Enzian.

 

Für geschichtlich Interessierte bietet sich die Dauerausstellung im Dokumentationszentrum Obersalzberg an. Das Institut für Zeitgeschichte arbeitet hier die NS-Vergangenheit der Region auf.

 

#7 Was kann man mit Kindern in Berchtesgaden machen?

Mit Kindern gibt es in Berchtesgaden eine ganze Menge zu tun. Spannend ist je nach Alter ein Besuch des Salzbergwerk mit den unterirdischen Rutschen.

Eine Fahrt auf den Obersalzberg in der nostalgischen roten Seilbahn ist auch immer ein Erlebnis. Oben gibt es dann eine Sommerrodelbahn, das macht auf jeden Fall Spaß.

Richtig schön ist auch der Märchenpfad Bischofswiesen. Dort können die Kleinen im Wald geschnitzte Figuren aus bekannten Märchen entdecken.

Wichtig zu wissen ist mit Kindern noch, dass nicht alle Wanderwege für einen Kinderwagen oder Reisebuggy geeignet sind, daher empfiehlt sich immer eine Kraxe bzw. Kinderrückentrage.

 

#8 Lohnt es sich auch im Winter, nach Berchtesgaden zu reisen? Was kann man um diese Jahreszeit machen?

Als Alpenregion ist Wintersport natürlich immer ein Thema, wobei natürlich der Klimawandel immer mal wieder aus dem geplanten Urlaub im Schnee einen Strich durch die Rechnung machen kann.

Es gibt in der Region mehrere kleine Skigebiete wie den Jenner, Götschen oder das Rossfeld. Für Langläufer werden Loipen gespurt.

Außerdem gibt es Naturrodelbahnen, man kann Eislaufen oder Winterwandern.  Und wer sich traut, kann sogar mit einem Rennschlitten in den Eiskanal stürzen. Infos dazu findest du hier.

 

#9 Wo ist der schönste Aussichtspunkt in Berchtesgaden?

Da gibt es einige. Der Soleleitungssteg führt oberhalb von Berchtesgaden vorbei und bietet schöne Ausblicke. Wenn du gerne einen Blick auf die ganze Landschaft hast, dann empfiehlt sich eine Wanderung/Seilbahnfahrt auf den Jenner oder eine Wanderung auf die Kneifelspitze mit Rundumblick und Einkehr in der Hütte.

#10 Welches ist die verrückteste Aktivität, die man in deiner Region machen kann?
Ganz klar ist das eine eine Fahrt im Eiskanal, der auch für Weltmeisterschaften verwendet wird, die ich bei Frage #8 schon erwähnt habe.

Sehr aufregend und typisch für die Region ist auch ein Tandemgleitschirmflug. Einen solchen Flug kannst du zum Beispiel bei den Berchtesgadener Gleichtschirmfliegern buchen.

 

 

Essen und Trinken in Berchtesgaden

#11 Welche kulinarische Spezialität muss man in Berchtesgaden unbedingt mal probiert haben?

Ganz traditionell sind das Kasnocken (Käsespätzle), Spinatnocken, Königsseer Forelle, Windbeutel und Enzian.

#12 Welches sind deine drei Lieblingsrestaurants und was sollte man dort unbedingt probiert haben?

Mein drei Lieblingsrestaurants sind:

Bauchgfui: Moderne, frische und regionale Küche (Bowls und Kuchen)

Gasthof Auzinger: Die Küche im Gasthof Auzinger am Hintersee ist unschlagbar, regional, frisch und einfach lecker. Der Käsekuchen ist ein Traum.

Alpengasthof Vorderbrand: Auf dem Obersalzberg gibt es die besten Schnitzel mit einer Panoramaaussicht.

Und Freitags gibts in der Schlösslbar geniale Spareribs und Burger.

 

#13 Wo gibt es das beste Eis in Berchtesgaden?

Das beste Eis findest du in der Berchtesgadener Schokoladenmanufaktur im Nonntal. Mein persönlicher Tipp ist das Mangoeis und das ganz dunkle Schokoeis.

 

#14 Welche ist die schönste Wanderung rund um Berchtesgaden?

Es gibt unzählige Wanderungen in allen Schwierigkeitsgraden, von einfachen Spaziergängen wie rund um den Hintersee oder den Malerwinkel bis hin zu extremen Bergtouren die gut geplant sein sollten.

Eine meiner Lieblingstouren (autofrei) startet in Berchtesgaden. Man wandert über die Gerner Klamm in die Maria Gern, an der berühmten Wallfahrtskirche vorbei, zum Restaurant Dürrlehen (wunderbare Möglichkeit zur Einkehr). Weiter geht es durch die Almbachklamm runter an der Kugelmühle vorbei und mit dem öffentlichen Nahverkehr zurück nach Berchtesgaden.

Zusätzlich kann man in diese Wanderung noch einen Abstecher auf die Kneifelspitze mit dem Rundumblick einbauen, muss jedoch dann an der Wallfahrtskirche rechts vorbei an einer Steilstraße und dann dem Wanderweg zur Kneifelspitze folgen.

#15 Welche Orte eignen sich am besten für einen Stadtbummel?

Das ist natürlich in Berchtesgaden selbst möglich. Alternativ kann ich einen Ausflug nach Bad Reichenhall oder Salzburg empfehlen.

 

Mein Programm für einen 3-Tages-Natur-Wander-Kurzurlaub in Berchtesgaden

Tag 1: Königssee und Jenner

Fahrt mit dem Boot über den Königssee bis Bartholomä und Wanderung über die Halbinsel, anschließend gemütliche Einkehr, unbedingt eine frisch geräucherte Forelle aus dem Königssee probieren. Anschließend Rückfahrt zur Seelände und Ausgangsstation. Jetzt eine Seilbahnfahrt bis zur Bergstation auf den Jenner geniessen. Eine kurze Wanderung zum Jennergipfel und anschliessende Wanderung zurück über den Wanderweg zur Talstation.

Abendliche Ruhe am Königssee genießen und den Wandertag im Echostüberl direkt am See ausklingen lassen.

Tag 2: Gerner Klamm, Kneifelspitze und Almbachklamm

Wanderung ab Berchtesgaden über die Gerner Klamm in die Maria Gern an der berühmten Wallfahrtskirche rechts vorbei.

Anschließend geht es die kurze Steilstrasse hoch und auf dem anschließenden Wanderweg zum Gipfel Kneifelspitze mit Rundumblick. Dort kannst du die Aussicht mit Brotzeit geniessen.

Danach geht es zurück zur Kirche und an dieser rechts vorbei Richtung Restaurant Dürrlehen und runter in die Almbachklamm.

Durch die kühle Klamm geht es weiter zur Kugelmühle und danach mit dem öffentlichen Nahverkehr zurück nach Berchtesgaden. Abends die Seele in der Watzmanntherrne baumeln lassen.

Tag 3: Ramsau und Klausbachtal

Fahrt in die Ramsau, am Parkplatz Seeklause parken. Von dort aus geht der Wanderweg entlang der Ramsauer Ache durch den Zauberwald.

Dem Uferweg des Hintersees folgen und weiter Richtung Klausbachtal. Bevor man den Nationalpark betritt, kommt man an einem meiner Lieblingsgaststätten vorbei: dem Gasthof Auzinger. Dort solltest du unbedingt den Käsekuchen probieren. Wenn Du im Winter kommst, gibt es im Nationalpark eine Hirschfütterung die wunderbar zu beobachten ist.

Je nach Kondition kann man jetzt noch weiter in das Klausbachtal wandern oder am anderen Seeufer zurück zum Ausgangspunkt Parkplatz Seeklause.

 

Noch einige wichtige Hinweise

Im Nationalpark sind Drohnenflüge und wild campen verboten.

Während der Schifffahrt auf dem Königssee müssen Hunde einen Beißkorb/Maulschlinge tragen.

Für Wanderungen mit kleinen Kindern empfiehlt sich ein Rückentragesystem. Auf jedenfalls sollte gutes, festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung immer im Gepäck sein, da in den Bergen das Wetter sehr schnell umschlägt. Abends kann es oft empfindlich kühl werden.

Unbedingt erforderlich ist Zeckenschutz, in manchen Jahres sind extrem viele Zecken unterwegs.

Und um unnötige Wartezeiten bei Ausflugszielen zu ersparen gibt es einen sogenannten Ausflugsticker. Dort bekommst du immer aktuelle Infos, wie voll es an Sehenswürdigkeiten und Highlights ist und mit welchen Wartezeiten du rechnen musst: Zum Ausflugsticker