Es gibt viele Reiseblogs und Fototipps im Internet doch in diesem Blog findest Du, in unregelmäßigen Abständen, sehr persönliche, mit einem Augenzwinkern und praktische Tipps über das Reisen, Reiseberichte, Fotogepäck, Fototipps und verschiedene Checklisten.

Viel Spaß beim Lesen. 

Falls Du Fragen oder Wünsche hast, freue ich mich über eine Nachricht von Dir.


August 2022 - Roadtrip  nach Island Sommer 2022

->  Island-Aufnahmen von früheren Reisen findet ihr in der Galerie.

Teil 1 Vorbereitungen

Sommerurlaub 2022 – zur Auswahl standen Nordportugal oder Island als Wunschdestinationen. Nach den ersten heißen Sommertagen fiel uns die Wahl leicht und entschieden uns für Island. Damit standen wie vor jeder Reise die ersten Grundüberlegungen und Recherchen an.

 

Fliegen und Leihwagen oder Fähre und eigenes Fahrzeug mitnehmen? Die Frage aller Frage wenn es um Island geht.

Unsere Pro und Contra Überlegungen waren:

Pro Flugzeug: Leihwagen (Allrad) und Unterkünfte spricht ganz klar der Zeitgewinn.
Contra Flugzeug: extreme Preissteigerungen in den letzten 3 Jahren, Gepäckbeschränkung bei Flugreisen, bei Leihwagen besteht nie eine Versicherung für den Unterboden

Pro Fähre:  vorhandenes eigenes Fahrzeug (Allrad), Dachzelt, Heckküche und Campingausrüstung (man weiß was man dabei hat oder nicht)
Contra Fähre: Zeitverlust (da bereits über 1500km Anreise bis zur Fähre) und 3 Tage Fährüberfahrt; das gleiche wieder zurück

 

Irgendwie hatten wir zu lange rumgetüftelt und gegrübelt, als wir uns dann für die Fähre entschieden hatten konnten wir gerade noch die letzten freien Kabinen auf der Rückfahrt und damit höheren Preis, buchen. 

Wir waren uns aber beide einig, wenn das Wetter für Dachzelturlaub zu ungemütlich wird, nehmen wir eine Cabin und passen spontan die Route an.

Flexibilität sollte das Zauberwort bei dieser Tour sein.

Der Stauraum in unserem Allrad Fahrzeug (Subaru Forester mit Unterbodenschutz) ist sehr begrenzt und daher wurden Campingpacklisten / Einkaufslisten für den Islandurlaub modifiziert. Nach über 10 Reisen in dieses wunderbare Land wussten wir ungefähr auf was man sich vorbereiten sollte.

Wer isländischen Sommer kennt, der weiß dass das Wetter sich ständig ändern kann und man mit kalten regnerischen Tagen/Nächten rechnen muss. Für Bekleidung (daher gibt’s eine Bekleidungsempfehlungsliste für abendliche Frostbeulen) heißt das ganz klar Zwiebelprinzip: layers layers layers.

Da für diesen Roadtrip auch Ausflüge ins isländische Hochland (f-roads=Pisten nicht offroad!) auf dem Plan standen, kamen auch diverse Ausrüstungsgegenstände mit auf die Reise, die sonst Zuhause bleiben. 

 

Unzählige Jahre Campingerfahrung, verschiedene Reisevarianten, über 10 Islandreisen brachten einige wichtige Erkenntnisse und diese wurden in den beiden Listen eingearbeitet.

Um während der Tour im Auto nicht vollkommen im Chaos zu ersticken wurde alles in in die bereitstehenden transparenten Kisten sortiert. Es wurde es immer mehr Zeug und wir fragten uns, ob das wirklich alles ins Auto passt, obwohl es gefühlt Minimalismus pur ist. Erfahrungsgemäß hat man auch nach der 100 Tour immer noch Überflüssiges dabei. Aber das stellt man immer am Ende der Tour fest.....ups..."was das hatten wir auch dabei?"

 

Pro Person 1 größere Kiste für Klamotten, Handtuch, Waschzeug die bis auf Schuhe alles reinpassen musste

1 flache Kiste für die Wathosen (damit sie, falls sie nass und schmuddelig sind, nicht im Auto rumliegen)

1 flache Kiste für Ersatzgaskartuschen, Notfallset, Reifenflickzeug, Kleinkram)

1 kleine Kiste für Elektronik/Adapter/Ladegerätegedöns

1 kleine Kiste für Straßenkarten/Reiseführer

1 Karton Mitbringsel die nach Reykjavik mussten usw…

Mitte August rückte der Abfahrtstermin immer näher und wir starteten schrittweise mit dem Einräumen unseres Fahrzeuges. Die Heckküche (Maßanfertigung Vanessa Mobilcamping) war schnell reingehoben und fest verzurrt. Kisten farblich kennzeichnen, einräumen,  Winterreifen montieren und Ersatzreifen organisieren (den hat uns freundlicherweise das Autohaus Stockklausner, Berchtesgaden zur Verfügung gestellt). Wasser, Öl und Luftdruck geprüft. Das Autohome Columbus Dachzelt  aka Penthousesuite kam mittels Seilzug auf den Dachträger. Seit wir Topper auf die ursprüngliche Matratze gelegt haben, schläft es sich wie im Himmelbett. Sandbleche eines australischen Herstellers bestellt, danke für deine hilfreichen Tipps Heike (https://einjahrafrika.de/blog/). Die letzten Bestellungen kamen rechtzeitig an.

1 Tag vor unserer Abfahrt kamen noch die letzten frischen Lebensmittel dazu, Kühlbox einräumen (aber nur so viel, dass es bis zur Fähre reicht) und Vorräte ins Auto.

(Info: Die Kühlbox war während der Überfahrt nicht gekühlt, da diese über die Boardbatterie läuft).

Als großer Fan von regionaler Küche und Lebensmittel kaufe ich immer in der Urlaubsregion ein. Campen bedeutet für uns auch gut kochen und essen.

Die Listen waren abgehakt, alles im Auto wackel- und klappersicher verstaut (nichts nervt mehr, als wenn ständig was klappert).

Hundesitter organisiert erledigt. Blumengießdienst organisiert.....

Von außen sah also unser Auto also noch ganz normal aus, aber wehe wenn wir die Türen öffneten, dann war es wie eine Wunderbüchse. Klein aber oho. Es kommt also nicht immer auf die Größe an.

Das 1000 Sternehotel mit eigener Penthousesuite und regionaler Küche konnte starten.

Teil 2: Es geht los - on the road

Es geht los. Ein Tag früher als ursprünglich geplant (womit wir beim Thema wären, aber hey wer braucht schon Planungen….),

Sonne 25 Grad - Kurs Nord. Aufgetankt, Luftdruck überprüft, Navi angeworfen, Musik an (Notiz an mich: von Zeit zu Zeit die Playlist erneuern schadet nicht) und los geht’s.

Vor uns standen über 1500 km bis zur Fähre und ein paar Tage Zeit. Da wollten wir natürlich Zwischenstopps einlegen.

Reisen ist das Motto nicht Rasen.

Schon lange wollte ich einmal die Milchstraße im Sternenpark Rhön fotografieren.
Typisch deutsche Autobahnen, man braucht länger als geplant, damit kamen wir erst bei Anbruch der Dunkelheit auf der Wasserkuppe an. Von früheren Ausflügen her, wusste ich ungefähr die Location und im Halbdunkeln fanden wir ein schönes Plätzchen. Da ich meine Fotoausrüstung sehr gut kenne und bereits am Parkplatz alles vorbereitete, brauchte ich auch keine Stirnlampe um alles einzustellen. Im Kopf schwirrten bereits einige Ideen rum, die sich vor Ort nur teilweise verwirklichen ließen (künstliche Beleuchtung, Baum an der falschen Stellen, Liebespärchen, usw) dafür funktionierten andere Locations ganz gut. Nach 2 Stunden zog am Horizont eine leichte Bewölkung auf und das farbige Zentrum der Milchstraße verschwand im Dunst. Zeit abzubrechen und sich ins Nachtquartier zu begeben. Auf dem Stellplatz darf man (autark, ja wir haben ein BivyLoo dabei) übernachten.

 

Wie immer braucht man eine Eingewöhnungszeit und die erste Nacht im Dachzelt ist etwas unruhiger (was war das für ein Geräusch .. läuft da einer ums Auto, Kopfkino pur, hast Du die Handbremse angezogen, wir stehen schief)

Zitat meines Mannes: "von allen schiefen Plätzen ist das noch der geradeste" aha soso)

Nach einem kräftigem Frühstück wurde alles ruckzuck eingepackt, wir sind ein gut eingespieltes Team (Dachzelt schließen, Küche aufräumen, einpacken und alles abfahrtbereit ca. 10 Minuten) ging es weiter auf dem Kurs nach Norden.

Der heiße und trockene Sommer hat manche Regionen sehr getroffen und andere wieder weniger.

Daher war ich sehr gespannt auf unser nächstes Ziel: der Urwald Sababurg. Erstaunt über die geringe Besucherzahl und die relativ kleine Ausdehnung gings bei über 30 Grad unseren Rundgang.

Wolkenloser Himmel und heiße Temperaturen sind nicht wirklich die optimalen Fotobedingungen die man sich für Waldfotografie wünscht und so war es mehr ein Kennenlernen des Urwalds. Herrlich alte Baumriesen, die teilweise auch unter der Trockenheit litten waren dort zu bestaunen. Wenn diese alten Riesen erzählen könnten. Schwer beeindruckt war ich von den riesigen Farnen, die man eigentlich so nur aus Neuseeland kennt.

Aufnahmen zum Urwald Sababurg ihr in der Galerie.

Wie immer trifft man auch an solchen bezaubernden Ecken, Menschen für die anscheinend Absperrungen und Betretungsverbot nicht gelten. Da muss man sich schon oft schwer zusammenreißen um sich nicht aufzuregen.

Irgendwann war es bei der Hitze auch genug und wir steuerten eine nahegelegene Eisdiele an. 

Gut gestärkt cruisten wir gemütlich zum nächsten Stopp: Campingplatz Landwehrsee Nähe Dörveden. 
Jede Menge Dauercamper, von denen aber keiner da war und damit war es sehr ruhig. Wir hatten Glück und bekamen einen Stellplatz direkt am See. Der Platz war schwer zugänglich und nur für kleine Allradfahrzeuge oder Fahrräder möglich. Ein Campingplatz wie man ihn von früher kennt, fast eine kleine Zeitreise. Der morgendliche Wecker bestand aus einer Gänsekolonie am See die sich nach der Nacht viel zu erzählen hatte.

 Idylle pur.

 

Nach dem Frühstück ging es weiter nach Dörveden zu „meinen Polarwölfen“ die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Ich durfte zwei Wölfe sogar mal im Gehege besuchen und kam denen nach genauer Instruktion seeeeehr nahe, aber das ist eine andere Geschichte. Es ist immer wieder ein Highlight diesen Tieren so nahe zu sein. Das Wolfcenter in Dörveden kann ich jedem Interessierten nur empfehlen. Es wird dort sehr viel Aufklärungsarbeit geleistet. Der Wolf wird weder als Kuscheltier noch als wilde Bestie dargestellt und man bekommt viele Informationen wie man sich verhält.

 

Stau im Elbtunnel, das braucht man nicht, also schnell eine Alternative suchen und fanden die kleine FRS Elbfähre westlich von Hamburg. Damit tuckerten wir gemütlich über die Elbe. In der Nähe von Büsum steuerten wir einen Bauernhof an, der noch einen Platz für eine Nacht hatten. Kennt Ihr Landvergnügen? Das ist Camping auf einem Bauernhof mit gewissen Regeln. Es ist eine sehr interessante Art zu reisen und auch viel über die Region und Menschen zu erfahren. Bauernhöfe die an Landvergnügen angeschlossen haben, verfügen teilweise einen kleinen Hofladen in dem eigene und regionale Produkte vermarktet werden. Nach einer ruhigen Nacht fiel morgens der erste Blick auf eine Kuh die uns neugierig beobachtete. Frische Eier, Butter und Kleinigkeiten machten also unser Frühstück perfekt. 

Gut gestärkt geht’s nach einem Plausch mit den Landwirten kurvten wir weiter Richtung Dänemark.

Einmal quer durch.

Auf langen Autofahrten zwickt irgendwann der Rücken und man hat das Gefühl sich bewegen zu müssen. Also war wieder eine Unterbrechung angesagt. Um die Füße zu vertreten, recherchierten wir schnell online was es in der Umgebung gibt. Die Wahl fiel dann auf ein kleines Waldwandergebiet mit anschließender Wanderdüne an Dänemarks Westküste. 

Ein Tag in Råbjerg Mile ist fast wie ein Tag in der Wüste, wenn man sich durch die größte Wanderdüne Nordeuropas bewegt. Vom höchsten Punkt der Düne hat man einen fantastischen Panoramablick über die Spitze von Dänemark und mit Skagen am Horizont. Råbjerg Mile bewegt sich jährlich um ca. 15 Meter. Die ca. 1 km² große Wanderdüne hat sich aufgrund des harten Windes, über den letzten 110 Jahren um ungefähr 1.500 m in Richtung Nordosten bewegt. (Quelle: https://www.toppenferienhauser.de/inspiration/naturerlebnisse/raabjerg-mile/)

Das klang interessant – und los ging es. Nach einem kleinen Waldspaziergang erblickte man die riesige Wanderdüne und ich bereute es, die Kamera im Auto vergessen zu haben und somit gibt es nur Handyfotos. Der kleine Spaziergang zum Leuchtturm war eine willkommene Abwechslung und nach einer kürzeren Weiterfahrt landeten wir in Hirthals. 

Den Ausgangspunkt der Fähre. Eine kurze Runde durch den Ort und den vollen Campingplätzen mit den riesigen Wohnmobilen traten wir fluchtartig den Rückzug an und gelangten zu einem sehr ruhigen Campingplatz einige Meter außerhalb des Trubels. Hier war es so ruhig, dass einem beim Abendessen die Hasen fast über die Füße hoppelten.

Ach ja, wie könnte es anders sein, es fing leicht zu tröpfeln an. Also kurz unser Anglerschirmzelt ausgepackt und darunter gemütlich gemacht. 

 Immerhin stoppte der Regen in der Nacht und somit konnte das Dachzelt während des Frühstücks in der Sonne gründlich durchtrocknen.

 

Feuchte Dachzelte die mehrere Tage geschlossen auf einer warmen Fähre stehen sind eine wunderbare Brutstätte und Ursache für Schimmel im Zelt und Matratze.

Während der 3-tätigen Überfahrt kann man nicht ins Fahrzeug (das Fahrzeugdeck ist geschlossen) daher hieß es vorher, die wichtigsten Dinge (Bekleidung, Waschzeug, Foto, Bücher, Papiere) für die nächsten Tage in eine Tasche oder Rucksack packen. Bettwäsche / Handtücher und Seife sind in den Kabinen vorhanden. Theoretisch wären sogar Whirlpools an Deck. Also kommt der Badeanzug mit in den Rucksack.

Also wieder mal gründlich packen.

Die Fähre fuhr erst Nachmittags los und damit hatten wir genügend Zeit für die verbleibenden Kilometer und einen Spaziergang. Rechtzeitig aber gemütlich gings in Richtung Fähre und check-in. Das war nordisch unaufgeregt schnell und reibungslos. Sehr entspannt wurden wir in eine Reihe eingewiesen und dann durften wir auch schon in das riesige geöffnete  Maul der Norönna der Smyrill-Line einfahren. Zwischen riesigen Offroadfahrzeugen und Grosscamper (und das war noch das Deck für die kleineren Fahrzeuge) fand unser Winzling mit Dachzelt ein sicheres Plätzchen. Der einzige hektische Moment der Reise, denn jetzt musste es ganz schnell gehen, die nächsten Reihen nachrücken nach. Flugs die fertig gepackten Rucksäcke geschnappt und ab zur gebuchten Aussenkabine. Von jetzt an wurde es sehr gemütlich. Die Nordsee/Atlantik war so ruhig wie ein Ententeich und mit minimaler Geschwindigkeit kreuzten wir Kurs Nord mit dem Zwischenziel die Faröer Inseln.

 

Die Zeit an Board der Norönna war sehr bequem und entspannt. Schlafen – essen – lesen - ….. Kreuzfahrt eben. 
Man verliert leicht ein Zeitgefühl.

Irgendwann erschienen am Horizont die imposante Küstenlinie der Faröer Inseln auf. Die Färöer Inseln (zu Deutsch: Schafsinseln) wurden im Mittelalter entdeckt und besiedelt. Insgesamt sind die 18 Inseln bewohnt,  mit Ausnahme von Lítla Dímun.

 

Von vielen Reisebeschreibungen her musste es dort wunderschön und beeindruckend sein. Aber die Küstenlinie übertraf alles.

Staunend standen fast alle Passagiere an Deck und filmte/fotografierten. Nach dem Anlanden in der Hauptstadt fuhren einige Fahrzeuge von Deck und neue kamen hinzu. Wir nutzten den Stopp für einen Landgang und erkundeten die Hauptstadt Tórshavn. Dabei fiel die Entscheidung, dass wir unbedingt diese Inselgruppe auch mal länger erkunden mussten.

 

So ist das bei Urlauben… man kommt immer wieder gleich auf neue Ideen und Ziele.

Nach dem Urlaub ist immer vor dem Urlaub. Pünktlich zurück an Board machten es sich alle Passagiere gemütlich um den zweiten Teil der Seereise nach Island zu genießen. 

Delphine im Nordatlantik

 Je nach Perspektive kann ein Seetag an Board einer Fähre kann sehr entspannend oder langweilig sein.

Nach einem großen morgendlichen Kaffee (11 Uhr) suchten wir gut ausgestattet, mit mehr Kaffee und Leselektüre bzw. Isländisch-Sprachkurs-Unterlagen ein Plätzchen zum schmökern oder einfach nur dösen. Das gestaltete sich aber gar nicht so einfach, da die meisten Plätze im Panoramadeck „Laterna Magica“ bereits belegt waren. Auf eine freie Liegen mit direktem Blick über das glitzernde Meer war gar nicht zu denken. Denn dort galt Bewegungsmikado, wer sich zuerst bewegt oder aufsteht hat verloren. Gab es irgendwo eine unsichtbare Warteliste? Es fehlten nur noch die Handtücher zum Liegen belegen. Uns geisterte die Frage, ob diese Personen eigentlich nie auf die Toilette müssten…. Wie voll mag es hier wohl sein, wenn das Schiff ausgebucht ist?

Also verkrümelten wir uns in die Bibliothek. Dank der vielen Steckdosen in den Aufenthaltsbereichen konnte man problemlos am Tablet oder Tablet arbeiten. Ansonsten sind Seetage wie Seetage so sind. Ein Pendeln zwischen Kaffee, essen, Aussicht genossen, essen, ratschen, dösen und zwischendurch frische Luft an Deck tanken. Plötzlich gerieten fast alle in Bewegung und Aufregung. Was war los? Wale voraus und schon wurden Handys und Kameras gezückt. Mein Mann hatte das Glück auf der richtigen Seite am Bug zu stehen und konnte Schnappschüsse machen.

Abendbeschäftigung. Na klar, essen, Bierchen und … ab ins Kino. Praktischer geht es nicht. Ein kleines kuscheliges Kino an Board. Manch einer soll sowas in selbst zuhause haben. Also entschieden wir uns für den neuen Top Gun Film. Tja was soll man sagen … schaut ihn euch selbst an.

Am dritten Tag auf der Fähre hieß es endlich: Land in Sicht.

 

Teil 3: Land in Sicht

Als am dritten Tag die Silhouette von Island Ostküste in der Ferne auftauchte scharrten sich sofort die Passagiere an Deck um nichts zu verpassen. Bei den sommerlichen Temperaturen spiegelglatter See machte sich Urlaubsfreude breit und alle konnten es kaum erwarten bis die Norönna im kleinen Hafen von Seydisfjördur anlegte. Dann ging wieder alles sehr schnell, kaum angelandet erschienen bereits die ersten Fahrzeuge aus dem Bauch der Fähre. Wie praktisch, wenn man den Ort aufgrund zahlreicher Besuche kennt und somit steuerten wir sofort unser Lieblingcafe an. es gab Zimtschnecken und Cappucino bei knapp 20 Grad in der Sonne, das fängt ja gut an… Velkomin Til Islands.  Da wir in Egilstadir einige Termine hatten, steuerten wir die Hauptstadt des Ostens als Nächstes an. 

Termine erledigt, Einkaufen im Bonus, Konan und Netto ist Pflicht damit der Kühlschrank endlich mit dem leckeren Original Skyr, Käse, Gemüse und Lieblingskeksen gefüllt wird. Jetzt kann der Roadtrip beginnen. Halt stopp. Es fehlte noch der obligatorische tägliche Blick auf die wichtigsten isländischen Internetseiten: www.veðUr.is und road.is. (Dank perfektem isländischen Internet, das überall wesentlich besser als in Deutschland ist, stellten wir fest, dass für die geplanten Ziele an der Ostküste nichts im Weg stand. So der Plan…..

Diesmal wollten wir uns hauptsächlich den Osten (sofern es das Wetter zulässt) genauer ansehen. Also runter von der Ringroad (1) und raus an die Küste. Wir entdeckten wunderbare Küstenlinien mit Felsen (schön zum anzusehen - schwierig zum fotografieren, da man fast nirgends direkt ans Meer konnte),  spannende Bergetappen mit Tiefblick und natürlich jede Menge Schlaglöcher. Die aufziehende Bewölkung und ein Blick in den Himmel verhieß nichts Gutes denn der Wind nahm im Laufe des Tages zu. Diesmal passte der Wetterbericht nicht und der Wind wurde immer stärker. Über googlemaps fanden wir einen Campingplatz entlang der Route der einigermaßen windgeschützte Plätze anbot. Somit schon mal kochen und ein sicherer Übernachtungsplatz gewährleistet. Was wir nicht bedacht hatten, dass das Dachzelt den Windschutz überragte und somit die Nacht spannend werden konnte. Doch dank der schrägen Hartschale und stabilen Bauweisen pfiffen die Windböen einigermaßen über das Dach und die Schaukelei kein Problem.

Nächster Morgen: heißer Kaffee und eine warme Dusche machte uns fit für die nächste Etappe entlang der Küste …. Merke je kleiner die Straße, desto weniger Fahrzeuge, man bemerkt jedoch Islands Osten rüstet sich für die Touristen und baut aus. Das fällt sehr deutlich an einigen Aussichtspunkten auf die neu gut angelegt sind.  Erst Infrastruktur dann Touristen, das ist der richtige Weg.

An einen dieser Vogelbeobachtungsplätzen beobachteten wir Basstölpel auf dem Felsen. Hoffentlich bleibt diese Kolonie von der Vogelgrippe verschont. Um den nächsten Stopp zu erreichen, rumpelten wir über eine Schotterstraße mit unzähligen Schlaglöchern, spannenden Abschnitten und Minifurten. Ohne genügend Bodenfreiheit am Auto wäre das nicht so gut zu bewältigen. Entlang der Strecke nahm den die Windböen immer weiter zu und vermischten sich mit garstigen Regen aus allen Richtungen. Puuhhhh 7 Grad und fieser Wind und Regen. Am Leuchtturm angekommen, hieß es die Türe beim Aussteigen gut festhalten. Der Aufenthalt war nur von kurzer Dauer und schon ging’s zurück,  am Campingplatz vorbei und Richtung Norden. Tja, lange Rumpelstrecke bei miesen Wetter…Ob es das wert war? 

Der nächste Abschnitt führte uns zum heutiges Ziel im äußersten Norden, nahe des Polarkreises. Der Arctic Henge (ein Denkmal an den alten Nordischen Glauben). Pünktlich zum theatralischen Sonnenuntergang erreichten wir das Denkmal. Plötzlich durch Wolken brechende Sonnenstrahlen inszenierten ein kitschiges Farbspektakel wie es besser nicht sein konnte.

Nach einer weiteren stürmischen Nacht cruisten wir entlang der Küstenstraße und unzähligen Treibholzbohlen, angeschwemmten Fischernetzen und Plastikmüll Richtung Westen. Was könnte man alles aus diesen Bohlen bauen. Kaffeepause war heute in Ásbyrgi  geplant. Ein wunderschönen Birkenwald, der von hohen hufeisenförmigen Basaltfelsen eingerahmt ist. Eine wahre Oase für einen Spaziergang. Danach gab es Espresso  und Lieblingskekse aus der Bordküche ;-). Erstaunte Blicke von anderen Touristen am Parkplatz, wie wir in unserem kleinen Fahrzeug zu ausgerüstet sind. 

Gut gestärkt fuhren fuhren wir die nächste Etappe, vorbei am beeindruckenden Goðafoss in Richtung Myvatn. Den Goðafoss kannten wir  bereits von mehreren Besuchen, daher war der Stopp dieses Mal nur sehr kurz. 

Die Erfahrung, dass bereits Campingplätze Anfang Oktober geschlossen sind, gehören auch zu dieser Tour. Also hieß es mal wieder flexibel sein. Endlich in Myvatn angekommen, war von Wetterbesserung keine Spur und daher wurde bei dem Gruselwetter kurzerhand das Kochen und Abendessen in den Aufenthaltsraum des Campingplatzes verschoben. 

Am nächsten Morgen war keine wirkliche Wetterbesserung in Sicht, daher brausten wir schnurstracks über Akureyri (Hauptstadt des Nordens), vorbei an Islands bekanntester Ampel weiter Richtung Dalvik. Dabei stellte sich raus, dass sich mein Mann im Laufe der letzten Tage stark erkältet oder Corona eingefangen hatte. Das braucht kein Mensch auf einem Roadtrip mit Dachzelt. Also ab zum auskurieren für 2 Tage in eine kleine Cabin. Verrückt, wie die Preise in den letzten 3 Jahre für diese praktische Art der Unterkunft gestiegen sind. Naja, hilft nix. Da hieß es, das beste aus der Situation machen. Mann in Bett packen und auskurieren, schlafen lassen und betüdeln. Zur Genesung Omnia aus dem Auto holen und schnell mal ein paar Muffins backen, Kaffee kochen usw, Dazwischen spazieren gehen und Fotos bearbeiten. Urlaub anders als gedacht, aber hey das ist Island. Machen wir das Beste daraus. Pause ist angesagt.

Nach 2 Tagen erkundeten wir wieder gemeinsam die Umgebung und die Natur verwöhnte uns mit traumhaften Farben am Himmel.

demnächst gehts weiter .....


Checklisten

Hier geht’s zu unseren finalen Listen für diese Tour. Vielleicht findest Du auch noch den ein oder anderen wertvollen Tipp.

 

Oder fällt dir sogar noch was praktisches ein? Dann freue ich mich auf eine Nachricht von Dir. 

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